Levadawanderung in Madeira

Madeira ist eine Wanderinsel. Es sind vor allem die einzigartigen "Levadas" die Madeira als Wanderinsel bekannt gemacht haben. Diese wunderschöne Insel bietet jedoch mehr. Viele gut markierte Wanderwege überziehen die ganze Insel. Es hat alle Schwierigkeitsgrade darunter. So findet jedermann eine für sich passende Route. Um die Vielfalt der Landschaft und Flora Madeiras zu entdecken bietet sich deshalb eine Wanderung oder Spaziergang an.

Auch wir entschlossen uns, eine einfache Wanderung oberhalb Santana zu unternehmen. Und manchmal kommt es anders als man geplant hat.


Madeira Levada Wandern Wasserfall Levada do Risco Riscowasserfall
Weg entlang der Levada do Risco zum Risco Wasserfall

Die Levadas

Das Bewässerungssystem von Madeira

Da das Wasser für alle lebensnotwendig ist, es aber in unterschiedlichen Mengen den einzelnen Inselregionen zur Verfügung steht, wurde schon 1461 ein Gesetz erlassen, dass das Wasser zum öffentlichen Gut erklärt. "Keiner soll das Recht, die Mittel, oder die Möglichkeit  haben, die Quellen, weil sie auf seinem Besitz entspringen, allein zu nutzen"   Bereits in diesem Jahr 1461 wurde mit dem Bau der ersten Levadas begonnen. Ende das 16. Jahrhunderts kamen weitere dazu. Ab 1939 wurde ein neues Levada Programm gestartet um das ergiebig fallende Wasser der Berge, für die Landwirtschaft zu nutzen. Heute beträgt die Gesamtlänge des Bewässerungssystems rund 2150 km, von denen ca 40km in Tunnels verlaufen. Hauptsächlich führen die Levadas Wasser vom regenreichen Norden in den trockenen Süden von Madeira. Zuerst wird mit dem Wasser Energie erzeugt bevor es über die langen Kanäle zu den weit entfernten Feldern geleitet wird. 
Der Unterhalt, die Säuberung der Levadas wird durch "Levadeiros" bewerkstelligt. Sie überwachen auch die Zuweisung des Wassers und sind für die gerechte Verteilung verantwortlich. Die Dörfer entlang der Levadas waren in früheren Jahrhunderten nur durch die Levadas miteinander verbunden. Über schmale Wege die "passelos de levadas"  (die Wartungswege) waren sie miteinander verbunden. Heute dienen diese Wege als Wanderwege, die durch Schluchten, Wälder, Tunnels, Dörfer... führen



An einem schönen Morgen planten wir, eine kurze Wanderung oberhalb von Santana entlang der Levada do Caldereirao zu unternehmen. Auf einem breiten bequemen Weg wanderten vom Parkplatz bei Pico das Pedras durch einen wunderschönen dichten Wald, mit uralten Eichen, Ahorn, Lorbeer und Eukalyptusbäumen. Dieser Wald gehört zum Unesco Naturwelterbe. (Rund 2 Drittel von ganz Madeira stehen unter Naturschutz). Bereits nach kurzer Zeit erreichten wir Queimadas. Hier waren diverse Wandergruppen anwesend, die sich anschickten den Weg entlang der Levada Caldeirao Verde unter die Füsse zu nehmen. Da es immer noch recht früh am Tag war, beschlossen wir, auch noch weiter zu Wandern, um zu sehen, ob die Gegend wirklich so schön ist, wie es in den Reiseführern beschrieben ist. Zu Beginn säumten wiederum uralte Bäume den Weg. Es war wie in einem wunderschönenalten Park. Er war noch sehr breit, doch bereits nach kurzer Zeit wurde er immer schmaler.

Levadado Caldeirao Verde Queimadas Madeira
Kurz nach Queimadas entlang der Levada do Caldeirao Verde


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im dichten Nebel entlang der Levada do Caldeirao Verde

Das Wetter auf Madeira muss hier auch kurz erwähnt werden. Es ist nicht planbar und kann von Minute zu Minute ändern. So ergab es sich, dass wir uns plötzlich im dichtem Nebel befanden. Es war eine unbeschreiblich mystische Stimmung. Der Weg war jetzt teilweise nur noch 30 cm breit und die Levada ist grösstenteils in die Senkrechte Felswand hineingehauen. Bei solchen Wegabschnitten ist es jeweils auch eine Herausforderung, entgegenkommende Wanderer zu kreuzen. Der Weg führte uns teilweise schwindelerregend, nur notdürftig gesichert, mitten in der mehrere hundert Meter hohen Felswand weiter an Wasserfällen vorbei, die sich direkt in die Levada ergossen. Glücklicherweise gehören bei uns die Stirnlampen zur Standartausrüstung, denn plötzlich kamen mehrere bis zu 200 Meter lange Tunnels. Sie waren teilweise mit Wasser gefüllt und und sehr eng und niedrig. Der letzte Tunnel führte uns in die Schlucht das Ribiera Grande hinein. Leider sahen wir wegen des Nebels nicht so viel, oder... wegen des Nebels sahen wir nicht wie hoch das der sehr schmale Weg über dem Talgrund in die Felswand hineingebaut war. Das ist ist definitiv nur etwas für schwindelfreie. Und schon bald erreichten wir den Felsenkessel Caldeirao Verde. Hier hatte es bei unserer Ankunft gleich diverse Wandergruppen. Ja, was jetzt?  Kurz überlegen und den Wegweiser und die Karte studieren. 



Ja was stand darauf, "Caldeirao do Inferno". Nur schon der Name war verlockend und da die Sonne, je weiter man in das Tal hineinwanderte, mehr zum Vorschein kam, war unser Entscheid schnell gefällt. So verliessen wir schnell die vielen Leute und weiter ging es in das Tal hinein. Bis jetzt war die Wanderung fast ausschliesslich eben. Doch hier wechselte man über eine sehr steile in den Felsen gehauene Steintreppe zu der höher gelegenen Levada do Caldeirao.

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Blick in das Tal des Ribeiro Grande mit dem Caldeirao Inferno als Abschluss

Oben bei der Levada angekommen ist mitten in den Felsen ein ausgeklügeltes System von Levadas mit Tunnels, Verzweigungen und Becken vorhanden. Die Tunnels sind hier oben Teilweise nur 1,40 Meter hoch und wie überall stockdunkel. Da heisst es aufpassen und den Kopf einziehen. Bei einem der Tunnel muss man, um in ihn hinein zu gelangen hinter einem Wasserfall hindurch. Die Schlucht das Ribeira Grande wird mit einem Tunnel umgangen. In diesem Tunnel hat es diverse Galeriefenster durch die man vorsichtig in die tiefe Schlucht sehen konnte. Eine Sicherung ist nicht vorhanden. Auch hört man in diesem Tunnel auf einmal ein Wasserrauschen. Kommt man hinaus, so ist man an einen spektakulären Platz. Die Ribeira Grande hat eine tiefe enge Schlucht in die Felsen gefressen. Eine Brücke führt  darüber und zwei schöne Wasserfälle sind es, die wir gehört haben. Ein weiterkommen ist hier nur noch für normal gebaute Leute möglich, denn der nächste Tunnel ist sehr eng gebaut. Schliesslich erreichten wir den Caldeirao do Inferno. Mehrere hundert Meter hohe Felswände umschliessen diesen grünen mit Talkessel. Ja, da war der Weg zu Ende, und so mussten wir die gleiche Strecke wieder zurück. Nach ungefähr 7 Stunden erreichten wir wieder unserem Wagen auf dem Parkplatz bei Pico das Padras. Fazit, angedacht war eine kleine Wanderung durch einen schönen Wald. Geworden ist eine Abenteuerwanderung entlang einer der schönsten Levadas von Madeira. Es hat sich mehr als gelohnt. Ich kann diese Wanderung jederzeit Empfehlen.

Wasserfall Madeira Santana Ribeira Grande Levada
Wasserfall in der Ribeira Grande Schlucht.



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